Herstellung der ökologischen Durchgängigkeit an der Lieberoser Mühle

Die Herstellung der ökologischen Durchgängigkeit in den Fließgewässern gehört zu den wichtigen Aufgaben zur Erreichung der Bewirtschaftungsziele und somit zur Umsetzung der europäischen Wasserrahmenrichtlinie (WRRL). Im Zusammenhang mit den Maßnahmen zur Umsetzung des Hochwasserschutzes trägt die Wiederherstellung der Durchgängigkeit zudem auch dazu bei, die Gewässerstrukturgüte der Fließgewässer gem. WRRL zu verbessern und Gefährdungen durch Hochwasser zu verringern.

Im „Landeskonzept zur ökologischen Durchgängigkeit der Fließgewässer Brandenburgs“ (IFB, 2010) wurde das Lieberoser Mühlenfließ als Vorranggewässer für die Herstellung der ökologischen Durchgängigkeit mit der Prioritätsstufe 3 ausgewiesen. Die Notwendigkeit der Maßnahme wurde auch im Rahmen der Erarbeitung des Gewässerentwicklungskonzeptes „Schwielochsee" herausgearbeitet und präzisiert. Schließlich stellt das Lieberoser Mühlenfließ neben der Spree den wichtigsten Zufluss zum Schwielochsee dar und weist darüber hinaus ein sehr hohes Entwicklungspotenzial auf.

Ergänzend zur Herstellung der ökologischen Durchgängigkeit soll die Gewässerstruktur verbessert werden. Sowohl das Wehr an der Lieberoser Mühle als auch die Hochwasserentlastungsleitung im Nebenschluss des Wehres weisen einen maroden Bauzustand auf, so dass dringende Maßnahmen erforderlich sind. In den vergangenen Jahren waren bereits Notreparaturen am Wehr erforderlich geworden, um die Bedienbarkeit der Anlage sicherzustellen. Im Falle eines größeren Hochwassers besteht die Gefahr von Überschwemmungen, da mit größeren Schäden an der Hochwasserentlastungsleitung gerechnet werden muss. In diesem Fall wäre vor allem das Lieberoser Schloss betroffen, das sich oberhalb der Anlage befindet und seit Jahren mit großem Aufwand durch die Brandenburgische Schlösser GmbH saniert wird.

Aufbauend auf einer im Jahr 2016 erstellten Machbarkeitsstudie zur Herstellung der ökologischen Durchgängigkeit an der Lieberoser Mühle werden gegenwärtig im Zuge der Grundlagenermittlung und Vorplanung verschiedene Möglichkeiten unter Beachtung der standörtlichen Gegebenheiten, der Nutzungsverhältnisse, der wasserwirtschaftlichen Bedingungen und der Funktionalität untersucht. Diese Maßnahme wird im Rahmen des Entwicklungsprogramms für den ländlichen Raum in Brandenburg und Berlin für die Förderperiode 2014 bis 2020 (Investitionen in die naturnahe Gewässerentwicklung) finanziert. Die Zuwendung setzt sich aus ELER- und Landesmitteln zusammen.